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Programmierer müssen mehr schlafen!

Ich bin mir sicher, jeder kennt es: Ein Projekt geht zu Ende und es ist noch jede Menge zu tun. Aber wann? Es ist zum Mäuse-Melken: Die Zeit läuft einfach so davon.

Den größten Fehler, den Entwickler aus Reflex oder Ehrgeiz begehen, ist die Nächte durchzuarbeiten und sehr wenig zu schlafen. Das ironische an der Sache: je länger man wach ist und arbeitet, umso schwieriger fällt die Konzentration und das Problemlösen. Oft werden Probleme übersehen oder schlecht gelöst, die so zu unnötigen Bugs führen.

Aber kann Schlaf wirklich etwas daran ändern?

Schauen wir uns das mal im Detail an:

Schlaf dient der Regeneration der Organe

Obwohl viele Organe nichts direkt mit dem Programmieren zu tun haben, haben sie jedoch Auswirkungen auf andere Organe und den gesamten Körper. Von der allgemeine Verfassung nicht zu sprechen.

Forscher sind sich einig, das der Schlaf Organe entspannt und das biologische Gleichgewicht wiederherstellt. Unterstützen kann man das Wohlfühlerlebnis beim Aufstehen durch eine direkte Dusche. Nicht zu heiss und nicht zu kalt - es geht ums wohlfühlen. Duschen belebt im wahrsten Sinne - und fördert frische Gedanken!

Dabei will ich gar nicht von einem langen Schlaf sprechen. Das ist für die meisten ohnehin unmöglich, zumal ein langer Schlaf nicht gerade erholsam sein muss (Man kann sich auch “müde schlafen”). 4 bis 6 Stunden genügen schon, um den Körper wieder auf Hochtouren laufen zu lassen. Auch mal eine halbe, dreiviertel Stunde schlafen (Kurzschlaf) bringt dem Körper wieder Ernergie und gute Ideen.

Was macht den Schlaf fürs Programmieren überhaupt so sinnvoll?

Wie meine Leser sicherlich wissen, wird der Schlaf in verschiedene Phasen unterteilt. In einer Phase wird so z.B. das Langzeitgedächtnis mit relevaten Informationen aus dem Kurzzeigedächtnis gefüttert während etwa zeitgleich über Synapsen verwandte Informationen mit einander verknüpft werden.

Welche Informationen als verwandt oder zu verknüpfend betrachtet werden, ist unter anderem von den im Kurzzeitgedächnis abgelegten Infos abhängig - eine zeitliche Nähe der Informationen zeigt eben auch oft eine räumliche oder Informative Nähe auf.

Jeder kann das an sich selbst beobachten: grübelt man vor dem Einschlafen über eine Problemlösung, so hat man oft morgens (wie aus dem nichts) auf einmal die zündende Idee. Was ist in der Nacht passiert? Das Gehirn hat unterschiedliche aber relevante Informationen miteinander verknüft. Bei der Art der Verknüpfung werden auch historische Informationen (z.B. von ähnlichen Problemlösungen) hinzugezogen. Auch Informationen, die nicht so stark mit anderen Informationen verknüpft sind, weil man sie nur flüchtig (z.B. beim Lesen eines Buches) erfasst hat, können “ausgegraben” werden.

Schlafen oder Entspannen?

Gerade im Büroalltag ist es aber nicht so ohne weiteres möglich (und bequem!) den Kopf mal eben schnell auf die Tischplatte knallen zu lassen… Auch steht nicht immer für jeden Mitarbeiter ein Couch bereit und irgendwer muss ja auch ans Telefon gehen, wenns klingelt :)

Die Alternative lautet Entspannung. Entspannung gibt dem Körper ein wenig neue Energie zurück, dem Kreativen kommen neue Ideen und wer getresst ist, wird mit ein bisschen Gelassenheit belohnt. Wer jedoch wobei entspannt, ist total unterschiedlich.

In vielen Kreativ-Agenturen kann man Fernseh-Ecken, Videospiel-Bereiche, Billard- und Kickertische, Carrera-Rennbahnen und ähnliches Kinderspielzeug entdecken. Oft wird auch “nur” mit einer Sofa-Landschaft zum Rumgammeln und Entspannen dem Arbeitsalltag entgegen gewirkt.

Wer nicht so auf einen Public-Bereich steht und lieber am eigenen Rechner Games zockt, kommt auch hier auf seine Entspannungskosten. Lieber bei einem guten Spiel abschalten, als Bugs zu produzieren - da waren sich auch Kent Beck und Martion Fowler, die Väter des X-Treme Programming einig.

Alles auf Kosten der Arbeitgeber?

Ich höre sie schon stöhnen: “Jetzt wollen Arbeitnehmer in ihrer ohnehin schon teuren Arbeitszeit auch noch spielen oder schlafen. Frechheit!

In dieser Beziehung denken tatsächlich viele Chefs an der Materie vorbei. Bei Maschinen wird gerne mal Geld in die Hand genommen und investiert - bei Menschen fällt das schon schwerer. Zeit ist Geld. Zeit könnte aber auch Erholung und Freizeit sein. Und Erholung wäre ein Synonym für entspannte, freudige Arbeitnehmer, die Bugs fixen und Probleme beseitigen. Oder sogar vermeiden.

Denn was viele Arbeitgeber vergessen: Bugs fixen kostet Zeit. Zeit kostet Geld und somit sind Bugs eigentlich rausgeschmissenes Geld, vor allem wenn man sie ausgeschlafen hätte vermeiden können. Die Formel ist eigentlich ganz einfach:

Mehr Freizeit = Mehr Erholung = Mehr Spass bei der Arbeit

Spass klingt stark nach Freizeitpark und Sommerferien. Aber wem die Arbeit spass macht, arbeitet effektiver und kreativer. Kreativ muss nicht unbedingt farbiger heissen - wer kreativ programmiert umschifft teure Bug-Klippen. Arbeit kann übrigens auch im Team mehr Freude bereiten. Ein Schlagwort ist hier sicherlich Extreme Programming.

Wie funktioniert’s jetzt am Besten?

Viele große Unternehmen haben nicht umsonst, Teilzeit-Modelle, flexible Arbeitszeiten und die 35 Stunden Woche eingeführt: Denn Unternehmen profitieren von einer entspannten Arbeitsathmosphäre und kreativen Köpfen, die intelligent (PHP) programmieren.

Diese vom Unternehmen geförderten Arbeitsbedigungen kann sicherlich nicht jeder in Anspruch nehmen, auch ist bei kleineren Firmen zu wenig Kapazität da, um entsprechendes anzubieten. Was kann jeder einzelne Entwickler tun?

  1. Aufhören, wenn der Körper es mitteilt: Müdigkeit ist wie Hunger und Durst ein Grundbedürfnis des Körpers. Viele übersehen dieses Alarmsignal und denken es ist ein Kavaliersdelikt, den Körper auf Schlaf mit Kaffee, Tabletten und anderen Energy-Getränken zu vertrösten.
  2. Pausen machen: Auch mal durchs Internet surfen und sich witzige oder interessante Sachen anschauen. Oder ein Schwätzchen mit Kollegen halten, das fördert Beziehungen und macht auch Spass. Aber Achtung: Nicht übertreiben und unnötig Zeit vertrödeln, sonst drohen Sanktionen vom Chef!
  3. Viel Trinken: Wasser ist das Benzin des Körpers. Saft und Kaffee ist auch mal OK, besser ist aber Wasser. Tee kommt dem Wasser am nähesten, ist meist ohne Zucker geniesbar und hat teilweise eine anregende Wirkung
  4. Lösungen vertagen: Setz Dir jeden Tag ein Limit, sagen wir 20 Uhr, das (im Notfall!) für 2 Stunden überzogen werden kann. Ist es bspw. 22 Uhr, mach den Rechner aus und schlafe lieber ein paar Stunden statt durchzuacken. Stell Dir den Wecker ziemlich früh und fange direkt an zu arbeiten. Wichtig ist, das Du entweder weniger als 4 Stunden schläfst oder länger als 6 Stunden und weniger als 8 Stunden. Sonst kommt dein Körper total aus dem Tritt.

Du wirst sehen, Lösungen sind nach einem Schlaf oft leichter zu finden und Du wirst Bugs vermeiden können. Insgesamt gestaltet alleine das schon die Arbeitszeit positiver und interessanter!

Schlaf Programmierer, schlaf gut…

Weiterführende Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlaf
http://de.wikipedia.org/wiki/Extreme_Programming
Amazon: Extreme Programming (DAS Buch)

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jaru meint dazu:

15. April 2008 um 13:33

“Auch mal durchs Internet surfen und sich witzige oder interessante Sachen anschauen.”
Tue ich gerade, danke für den Tipp ;)

timi meint dazu:

15. April 2008 um 13:35

*lach* Sehr gut, so muss das sein ;)

Nils Hitze meint dazu:

15. April 2008 um 14:43

So true, so true

Kim Korte meint dazu:

15. April 2008 um 16:24

In den Ferien programmiere ich hauptsächlich nachts bis früh in den Morgen, im Durschnitt bis 6 Uhr. Ich kann mich in dieser Zeit sehr gut konzentrieren, da mein Workflow weder durch störende Familienmitglieder, noch durch Termine oder neue Mails unterbrochen wird. Wenn ich längere Zeit programmiere, greife ich allerdings irgendwann zu Mini-Spielen um mich kurz abzulenken und den Kopf wieder freizukriegen. :)

Guter Artikel, vielen Dank!

Jann meint dazu:

15. April 2008 um 16:44

st das ein wink mit dem laternenmast? *zwinker*

butzi meint dazu:

15. April 2008 um 18:51

Schlaf und Freizeit sind schon was feines.
Mir geht es allerdings eher so, dass ich je müder ich werde auch um so “besser” und effektiver programmiere. Allerdings leidet dann auch das soziale Umfeld ein wenig darunter :-)

Etwas Entspannung zwischen den Problemen tut aber immer gut!

timi meint dazu:

15. April 2008 um 20:56

Es macht ja doch jeder wie er mag und das ist auch gut so! Wer dem Körper viel abverlangt, sollte aber auch daran denken, das irgendwann der Körper viel Kraft zurückfordert…

@Jann: Du weisst Bescheid :)

Brati-Blog meint dazu:

15. April 2008 um 22:26

Schlaf für saubere Programmierung…

Beim PHP-Blogger findet man einen gelungenen Eintrag darüber, warum man Schlaf braucht, um sauber programmieren zu können. Es wird erklärt, dass das Gehirn im Schlaf das Kurzzeitgedächtnis mit den bereits früher gemachten Erfahrungen verbindet und…

Googles Büros in Zürich | Sabiro meint dazu:

18. April 2008 um 15:59

[...] und für besseres Arbeiten. Darüber hat der PHPBlogger vor einigen Tagen auch einen Interessanten Artikel [...]

Sky80 meint dazu:

19. April 2008 um 16:56

Hey timi,
sehr schöner Artikel.
Gruß Sascha

Billigflüge meint dazu:

7. Mai 2008 um 17:23

Jaaaa, ihr habt alle so recht, so recht. Allerdings ist es nicht immer so, wie man es sich wünscht.

timi meint dazu:

7. Mai 2008 um 17:30

Stimmt *zwinker*

Holmgrein’s Blog » Programmierer müssen mehr schlafen! meint dazu:

6. Juni 2008 um 23:04

[...] zum Artikel [...]

wenzel Hella meint dazu:

18. Juli 2008 um 15:30

Es macht ja doch jeder wie er mag und das ist auch gut so! Wer dem Körper viel abverlangt, sollte aber auch daran denken, das irgendwann der Körper viel Kraft zurückfordert…

Schlaf für saubere Programmierun…

Beim PHP-Blogger findet man einen gelungenen Eintrag darüber, warum man schlaf braucht, um sauber programmieren zu können. Es wird erklärt, dass das
Gehirn im Schlaf das Kurzzeitgedächtnis mit den bereits früher gemachten
Erfahrungen verbindet und aber es mir wirklich viel spaß…
ihre hella

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