Lange und reiflich hat es sich der PHP Blogger überlegt, auf ein Mac-System zu wechseln. Das ist neben einer idealistischen Einstellung natürlich auch von verschiedenen anderen Faktoren abhängig:
- Bin ich abwärtskompatibel was Dateien betrifft? Auf Quelltexte, Office-Dokumente und Anwendungen möchten man nach einem Windows -> Mac Wechsel nicht Verzicht leisten müssen.
- Wie sieht es mit der Kompatibilität vorhandener Hardware aus? Sind Netzwerk-Drucker und Windows-Server über den Mac erreichbar und gibt es dafür Treiber?
- Welche Software-Lizenzen werden jetzt ungültig, überflüssig oder müssen umgewandelt werden?
- Wo und wie wird dann in Zukunft Windows-Software entwickelt?
- Was kommen an Kosten auf einen zu (neue Hard- und Software)?

Abbildung von: Cybernetnews
Für alle meine Leser, die sich überlegt haben zu wechseln, hier meine Erfahrungen:
Zunächst muss man natürlich mal festhalten, das Mac OS X ein Betriebssystem wie alle anderen ist. Bei aller Euphorie: Applikationen können sich genauso aus unerfindlichen Gründen schließen wie bei anderen Systemen. Wer sein System ungebührlich strapaziert, muss eben immer damit rechnen, dass es Einfriert oder abschmiert…
Insgesamt kann man wirklich sagen, das OS X ein ausgereiftes und weitestgehend stabiles System ist. Mich begeistert immer noch jeden Tag der Standby-Modus: Wenn man sein Mac Book Pro aus dem Ruhezustand holt, dauert es nur zweimal Fingerschnippen und man hat ein Bild auf dem externen Monitor. Wenn man weiß, dass man keine 3 Minuten auf das Hochfahren seines Rechners warten muss, setzt man sich natürlich auch mal schnell davor und schaut irgendwas gaaaaanz gaaaanz Dringendes nach *zwinker*
So, jetzt aber mal der Reihe nach: Zuerst mal die Hardware.
Nach einigem Surfen im Apple-Shop war folgendes klar:
- Der iPod. Haha, darüber schreibe ich natürlich nix ;)
- Aber jetzt: Der Mac mini hat zu wenig Bums unterm Hintern und fällt als Entwickler Maschine aus.
- Der iMac schaut zwar gut aus, ist aber ebenfalls eingeschränkt, was Erweiterungen angeht und lässt sich nur sehr unschön um einen weiteren Monitor erweitern.
- Der Mac Pro ist eine feine Kiste: Erweiterbar bis zum Ende, kann alles, macht alles, sieht schick aus. Nur transportieren und bezahlen kann man ihn nur schlecht.
- Die Mac Books (weiß und schwarz) sehen prima aus, sind aber auch zu schwach auf der Brust, um Photoshop und Co zu stemmen.
- Bei den Mac Book Pros sieht es schon besser aus. Die Erweiterbarkeit ist natürlich eingeschränkt, aber Grafik und Performance überzeugen. Der Preis ist natürlich wie immer etwas im gehobenen Bereich. “Wenn schon, denn schon!” für ein gutes Mac Book Pro sollte man schon so um die 2,5 Tausend Euro ausgeben.
Wer sich überlegt hat zu wechseln, dem seien auf jeden Fall die günstigen generalüberholten Geräte mit Apple-Garantie empfohlen: Da gibt’s ein Mac Book Pro schon ab 1400 Euro auf die Ohren…
Und noch etwas: Das Mac Book Pro ist kein LAPtop (engl. “lap” von deut. “Schoß”) - er wird schlicht zu heiss, wenn man Kraftakte damit macht. Ein paar Ordentliche Aktionen in Photoshop, Illustrator oder Indesign und das Teil brennt förmlich. Das Alugehäuse schaft locker mal 50 Grad Celcius auf die Unterseite, wenn man ordentlich arbeitet. Dafür hört man den Lüfter auch nur in Extrem-Situationen. Um das Notebook kühl zu halten gibt es aber ein paar interessante Tools. (Dazu in einem anderen Artikel mehr)…
Die Softwareausstattung
Wer proggen möchte, braucht Tools. Keine Angst, für den etwas knalligen Kaufpreis bekommt man schon mal eine prima Softwareausstattung, die aber nur den privaten Bereich abdeckt. Freeware gibts auch massig. Trotzdem war ich noch mal shoppen, um vernünftige Tools zu haben:
- Den grafischen Bereich deckt man am Besten mit den Adobe Produkten ab. Eine Adobe Lizenz kann man gegen Aufpreis umwandeln,
zumindest was die Plattform angeht. Aber Vorsicht: Wer eine CS2 Suite umwandeln möchte, muss einen Upgrade-Preis auf CS3 bezahlen. Das schlägt ganz schön zu Buche. - Tja, die IDE ist so eine Sache. Die Zend-IDE Lizenz lässt sich übrigens kostenlos von Windows auf Mac umstellen. Beide Versionen parallel gehen natürlich nicht. Eclipse ist ebenfalls für Mac verfügbar und kostet nix. Was ich über alles vermisse ist mein Text-Meister-Editor UltraEdit. Kein Texteditor für den Mac bietet annähern den Funktionsumfang, den man von UltraEdit gewohnt ist. Eine nette, aber noch im Ausbau befindliche Alternative ist TextMate.
- Grafische Oberfläche für die Dateiübertragung via FTP oder SFTP gibt es jede Menge. Gut ist das kostenlose Cyberduck, besser ist Transmit (kostet) und interessant ist Forklift (kostet auch). Eine Putty-Variante für den Mac ist übrigens nicht notwendig: Ein Terminal, das logischerweise auch SSH drauf hat, gehört zum Lieferumfang.
- Als Browser gibt es den eingebauten Safari (super schnelles Surfen), Firefox, Opera, Camino (quasi Firefox im Mac-Style), iCab (der ein bisschen an den IE7 erinnert) und den Newcomer Shiira, auch sehr nett.
- Als Instant Messenger ist iChat installiert, das neben Video-Telefonie auch ICQ und Co. beherrscht. Mein Herz hat allerdings Adium erobert: Der kleine grüne Vogel kann einfach alles, ist schnell und designtechnisch super gut an eigene Vorlieben anpassbar.
- Mails rufe ich mit Mac Mail ab, ebenfalls vorinstalliert. Sehr minimalistisch, kann aber alles, was ich von einem Mailprogramm erwarte. Thunderbird ist natürlich auch mit von der Partie. Bei dem MS Office ist ebenfalls ein Mailer dabei: Entourage - für mich allerdings ein Griff ins Klo. Total überladen und unübersichtlich, Outlook war da besser gelungen.
- Als Office gibt es eine Microsoft und eine Apple-Variante. Das MS Office ist in der original Variante ziemlich instabil gewesen, seit dem SP1 hat sich die Stabilität allerdings erheblich verbessert. Aus Frust habe ich mir trotzdem iWork zugelegt, das Apple Office Paket. Relativ preiswert, sehr minimalistisch - kann aber alles wichtige; inklusive MS Office Dokumente ziemlich fehlerfrei zu importieren. Geschmackssache.
- Brennen kann OS X von Haus aus über Brennordner. Eine prima Alternative ist für mich SimplyBurns, es hat eine einfache Oberfläche und funktioniert so ähnlich wie Nero. Ich bin rundum zufrieden.
- Der gute Windows Media Player: iTunes und Quicktime übernehmen diesen Part. Und mit den zwei kostenlosen Tools kann man auch Windows-Medien (WMV usw.) auf dem Mac genießen: Perian und Flip4Mac rüsten Entsprechendes nach.
- Zu guter Letzt noch eine Empfehlung für den lokalen Webserver: MAMP gibt es in einer kostenlosen uneingeschränkten Version. Zugreifen!
Insgesamt bin ich schon eine gute Stange Geld losgeworden, habe aber auch prima Software bekommen. Der einzige Wehmuts-Tropfen ist für mich der Texteditor - Sonst bin ich wirklich happy!
Windows-Software
Für mich war klar, wenn ich umsteige - dann richtig. Ich habe also auch kein Parallels oder VMWare am Laufen. Ich habe mein “altes” Windows Notebook noch im Regal stehen - meine alten Lizenzen für Windows-Applikationen sind ja noch fast alle gültig (bis auf Zend Studio und Flash, denn die sind umgewandelt worden). Wer nur ganz sporadisch an die Windows-Hardware müsste, der wird sicherlich eine Virtualisierungs Software schätzen.
Fazit
Ja, ich bin froh, das ich gewechselt habe. Wie ich gehört habe, soll Windows mit Vista einen guten Schritt nach vorne gegangen sein. Aber da hört man ja jeden Tag Widersprüchliches. Mein Mac Book Pro läuft ziemlich stabil, ich habe keine Probleme beim Dateiaustausch mit Windows-Maschinen (mein Netzwerk ist durch Windows Server heterogen) und bisher konnte ich jede Datei öffnen. Und ich öffne wirklich viele Dateien ;)
Durch die Open Source Software bekommt man Komfort, den man sonst in der IT Welt selten hat: Applikationen wie Firefox funktionieren unter Windows und Mac nahezu identisch. Das ist klasse: keine Umgewöhnung!
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