Wie bereits in einem vorher gehenden Artikel erwähnt, habe ich auf Mac OS X samt Mac Book Pro umgestellt. Als Freelancer muss ich natürlich mobil sein und trotzdem ein vernünftiges Büro zu Hause haben. Ein zweiter (Desktop-)Rechner kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte nicht noch zusätzlich Dateien synchonisieren müssen.
Klar, ein Notebook aufklappen und am Schreibtisch arbeiten, ist kein Problem. Aber ich hatte eine noch viel wahnwitzigere Idee: Ich wollte mit dem Mac Book Pro einen kompletten Desktop Rechner ersetzen. Mit allem Pipapo! Okay, Zeit zu shoppen ;)
- Mighty Mouse Wireless (ca. 70 Euro)
- Apple Wireless Keyboad (ca. 60 Euro)
- 2 Samsung 24″ Monitore (ca. 720 Euro)
- Matrox DualHead2Go Digital Edition (ca. 160 Euro)
Soweit also mein Plan:

Nochmal im Detail: das Mac Book Pro zugeklappt zu lassen und mit einer ganz normalen Tastatur, Maus und Monitoren zu arbeiten. Effektiv, mit Dual Screen. Jetzt ist es aber so, dass es noch keine gescheiten externen Grafikkarten gibt, die eine vernünftige Auflösung und entsprechende Farbtiefe ermöglichen. Das Mac Book Pro hat jedoch nur einen einzigen Anschluss für einen externen Monitor.
Matrox schafft mit dem DualHead2Go (Link siehe oben) eine Alternative: Er fasst zwei Monitore zusammen und macht aus 2x 1920×1200 einfach 3840×1200. Ein gigantisch großer Monitor! Dadurch, das die kleine Matrox-Box keine Bildmaipulationen durchführt, bleibt das Bild sogar in Original-Qualität erhalten.
Macht das Mac Book schlapp?
Meine heimliche Befürchtung, dass das Mac Book Pro bei dieser Auflösung schlapp macht, hat sich nicht bewahrheitet. Alles läuft flüssig und wunderbar. Durch die permanent große Grafikleistung arbeitet natürlich der Prozessor die ganze Zeit bei 2-4% - Das ist OK im laufenden Betrieb, leider geht damit auch die Temperatur auf 58-60° hoch. Der Lüfter bleibt ruhig - nur in Photoshop oder wenn die Umgebungstemperatur auf ca. 30° ansteigt, geht das Gesumme los.
Mit zwei Tools kann man dem jedoch vorbeugen: Mit CoolBook lässt sich der Prozessor zügeln und der Lüfter hochdrehen, kostet jedoch 10 Euro. SmcFanControl kostet nichts, regelt aber auch nur die Minimaldrehzahl des Lüfters. Ich habe mich für einen Test mit SmcFanControl entschieden und es funktioniert prima. Bei 4000 Umdrehungen summt der Lüfter zwar hörbar, aber die Betriebstemperatur wird um 10-12° (je nach Auslastung) gesenkt! Insgesamt ist er nicht lauter als ein Desktop Rechner.
So, und jetzt könnt Ihr mal einen Blick auf meinen Schreibtisch werfen ;)

Mein Mac Book Pro liegt hinten links zugeklappt. Die zwei Montore ergeben zusammengefasst meinen neuen Hauptmonitor. Maus und Tastatur sind via Bluetooth verbunden. Am Mac Book steckt nur der Monitorausgang und der Netzstecker.
Wie wirds denn jetzt produktiv?
Fantastisch ist natürlich, das ich jetzt viel mehr parallel im Blick habe kann. Wirklich produktiv wirds erst in Layout- und Grafikprogrammen, die eine große Arbeitsfläche (Grafik oder Dokument) haben und zusätzlich eine gigantische Masse an Toolbars bereitstellen. Dokument auf den linken Schirm, Toolbars auf den Rechten - so macht Arbeiten Spass.
Für Flash bzw. Actionscript gibt es einen super Boost, wenn ich links den Editor für Bibliothek und Programmierung offen habe und auf dem rechten Schirm die Flash-Datei sehe und testen kann. Gleiches gilt für PHP und HTML: links die IDE, rechts die produzierte Web-Applikation im Browser. Coooooool!
Wenn ich mal nur in Standard-Applikationen unterwegs bin, habe ich rechts meinen Mailer offen und arbeite links. Eine prima Sache, so sehe ich auf den ersten Blick neue Mails und Blog-Beiträge…
Da aber das Mac Book quasi zu zwei externen Monitoren gezwungen wird und das System nicht offiziell dafür ausgelegt ist, gibt es natürlich auch ein paar
Nachteile:
- Die Menüleiste geht über beide Monitore, das heisst Menü auf dem linken Monitor, Uhrzeit und Menulets auf dem Rechten.
- Das Dock wird normal positioniert in der Mitte durchgeschnitten. Ich habs einfach auf die linke Seite gepappt. Funktioniert ganz gut…
- Wenn man Items, die auf dem rechten Monitor zu sehen sind, löschen möchte, muss man sie zum Dock auf den linken Monitor ziehen :(
- Der Lüfter ist lauter als normal (weil mit SmcFanControl dazu gezwungen ;)
Fazit:
Eine super Lösung! Ich bin mobil (einfach Notebook abstöpsel und los laufen), habe immer alle meine Daten dabei, kann zu Hause trotzdem in Desktop-Rechner Manier arbeiten und habe zwei Monitore in einer prima Auflösung am Start, die mir das effektive Arbeiten leichter machen.
Ein bisschen mehr Dynamik kommt übrigens auch in das sonst so stupide in die Glotze gucken rein: Mal nach links schauen, mal nach rechts - da müssen sich die Augen übrigens auch dran gewöhnen: Die ersten Tage hatte ich ganz schön Augen-Muskelkater ;)
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