PHP Blogger

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Sind gekürzte RSS Feeds sinnvoll?

Heute möchte ich mal den Artikel von Frank zum Thema “Short Feeds” zum Anlass nehmen und ein bisschen über Contentklau und Ideendiebstahl philosophieren. Vor einiger Zeit hat sich Nils auch mit dem Thema auseinander gesetzt und jetzt gibt der PHP Blogger eben seinen Senf dazu ;)

Was ist eigentlich das Problem? Mit einem RSS Feed liefert man hypothetischen Contentdieben den Inhalt frei Haus und gleich ordentlich formatiert. Die beste Grundlage, um Fremdcontent in sein eigenes System zu beamen und als sein eigen auszugeben.

Bloß: Wer macht denn sowas? Naja, es gibt

  1. Meta-Blogs, die den Inhalt (meist mehrerer) anderer Blogs listen
  2. Contentfarmen, die Inhalte zu einem bestimmten Content sammeln
  3. und legitime Offline-Reader, die den Inhalt zwischenspeichern

Duplicate Content

Meta-Blogs und Contentfarmen haben einen kleinen, aber negativen Nebeneffekt: Google wertet Duplicate Content als böse (siehe auch Google Webmaster Central Blog, engl.) und stuft unter Umständen den Pagerank runter. Das Verfahren in den beschriebenen Fällen ist umstritten und nicht eindeutig geklärt - Tatsache ist jedoch, das eine hoch eingestufte Seite automatisch wie ein Magnet wirkt und schnell einer (etwas) schlechter eingestuften Seite den ohnehin kleinen Pagerank weiter verschmälert.

Mit solchen Content-Dieben hat man schnell zu tun (Ich spreche da aus Erfahrung). Einen Löschantrag bei Google der zu betreffenden Sites dauert allerdings recht lange (zwischen 3 und 6 Wochen, je nach Priorität). Meist reagieren Provider von mistbrauchten Blogsystemen oder Rechenzentren da schneller; sperren die Accounts und nehmen den betroffenen Content vom Netz.

Wer also seinem Konkurrenten eins auswischen will, klaut einfach dessen Content und lässt die Seite von Google indexieren. Vorzugsweise auf einer alten Domain - die steigt mit einem tendenziell höheren Pagerank ein; Tools und Plugins für bekannte Wordpress-Systeme gibts für diesen Zweck zu Hauf.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es wieder passiert.

Offline-Feedreader

Frank regt sich zu Recht über Short-Feeds auf, die nur aus einer Kurzfassung bestehen und sich dementsprechend auch nur verkürzt lesen lassen ;) Die übermittelten Absätze sind entweder zu nichts zu gebrauchen oder machen neugierig auf mehr - was ohne Netz in einer Sackgasse endet: Denn damit ist die Offline-Funktion mit Gears ziemlich sinnlos geworden.

Kann man Contentklau verhindern?

Nein. Auch Frank hat es in seinem Artikel schon angesprochen: Wer klauen will, klaut einfach. Ein Rewrite oder Extrakt von HTML ist schnell gemacht - da braucht man kein Experte zu sein. Und wenn jemand wirklich an den Inhalt einer Website will, lässt er einfach einen Crawler drüber laufen.

Im Feedinhalt gezielt Schlagworte automatisch zu verlinken, führt auch zu nichts. Die Pseudo-Links hat man mit wenigen Zeilen Regex-Code wieder draußen und ausserdem verwirren sie nur die potentiellen “echten” Leser.

Und die Statistik?

Viele Blogbetreiber beklagen sich über Klick-Verluste. Klar: Durch die abgespeckte Oberfläche der Feedreader fehlen eben die Links zu Kategorien und Co, die Blogs besonders auszeichnen. Ich habe seit dem Start des Blogs vor 2 Jahren mein Feed immer mit Full-Content ausgeliefert. Mit ein paar schicken Plugins lassen sich auch jederzeit verwandte und ähnliche Artikel ins RSS Feed generieren - Wer Bock hat weiterzulesen tut es dann auch.

Auch an dieser Stelle muss ich Frank rechtgeben: Der Aufruf eines RSS-Feeds wird ohnehin schon als Hit gezählt, da darf sich eingentlich keiner über zu wenig Visits beklagen.

Sinnvoll oder nicht?

Auf jeden Fall ist die Auslieferung eines Full-Feeds sinnvoll. Man kommt vor allem Benutzern entgegen, die einen Offline-Reader verwenden oder einfach in Ihrer gewohnten Reader-Umgebung bleiben möchten.

Contentklau kann man leider nicht wirklich wirksam vorbeugen: Da hilft nur die Augen aufhalten und jeden anzeigen, der unerlaubt Content kopiert.

Ähnliche Artikel:

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  2. Welches RSS Feed Format wird am meisten genutzt?
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  5. Und welche PHP Version nutzt Du?

Christoph Wagner meint dazu:

24. Februar 2009 um 16:04

Da kann ich als Konsument nur zustimmen.
Artikel von denen ich nur die Überschrift oder einen Auszug lesen kann müssen mich innerhalb von weniger als einer Sekunde überzeugen das ich sie lesen will.
Bei Full Content überfliege ich schonmal und die Wahrscheinlichkeit das ich den Artikel lese (wie hier direkt auf der Seite oder sonst im reader) steigt um einiges!

Nils meint dazu:

24. Februar 2009 um 17:12

Hat mal jemand nachgeforscht, wie das rechtlich aussieht? Wenn ich einen RSS Feed freigebe, heißt dies dann, dass ich meinen Content für andere freigebe?

unset meint dazu:

24. Februar 2009 um 17:51

@Nils: in erster Linie greift hier das Urheberrecht. Und das ist in Deutschland sehr klar: Du bist Urheber, du darfst bestimmen, wer deinen Content wo verbreitet - und ggf. auch verbieten. Natprlich ohne Rechtsgewähr ;)

@Artikel: Ich sehe es ähnlich: Content-Klau durch technische Mittel einschränken geht immer zu Lasten des Lesers. Ich würds lassen.

timi meint dazu:

24. Februar 2009 um 17:54

@unset & nils: Ganz recht, das unterliegt alles dem Urheberrecht. Im Prinzip ist RSS ja nur ein anderes Markup bzw. Format als HTML - Einfach ein anderer Ausgabekanal. Was an Recht für HTML und Print gilt, muss auch für RSS gelten.

timi meint dazu:

24. Februar 2009 um 18:12

Auch sehr interessant zum Thema ist dieser Vorfall: http://www.theofel.de/archives/2007/04/sportal1-sieht-sich-durch-rss-vom-urheberrecht-entbunden.html

Frank meint dazu:

24. Februar 2009 um 20:25

Ich danke für diese ausführliche Darstellung der Randpunkte, die ich nicht beleuchtet habe, weil es mich nur geärgert hat.
Schön ist, dass doch so viele Leser unserer Meinung sind und ich hoffe, dass man einen Teil der Leser bekehrt.

butzi meint dazu:

26. Februar 2009 um 10:34

Um jedem klar zu machen, wozu der RSS-Feed dient und was man damit machen darf, sollte einfach auf jeder Seite ein kurzer Hinweis stehen, wozu man bereit ist. Zum Beispiel kann man in dem Text die Nutzung auf einer gewerblichen Webseite verbieten. Somit ist der Content-Klau auch eher sinnfrei, da nur Traffic entsteht und kein nutzen. Es bringt ja nur solange was, wie auch Geld generiert wird.

Gewerbliche Nutzung beginnt bei vielen Gerichten bereits beim Einblenden von bezahlter Werbung. Somit sollte man auch als privater User die Finger davon lassen.

Wie der RSS-Feed gestaltet ist, soll jeder selber entscheiden. Das die Feeds auch missbraucht werden, das is klar, das wird es immer geben, solange es Menschen gibt, die schlechter dran sind als alle anderen oder die irgendwie unzufrieden mit sich selbst sind …. Aber man kann diese ja lieb drauf hinweisen und notfalls dann abmahnen. Urheberrecht gilt halt für alle, nicht nur Zeitungen.

Gunther meint dazu:

27. Februar 2009 um 01:17

Ich habe leidige Erfahrungen mit Contentklau gemacht und ein ganzes Projekt ist deshalb für 6 Monate aus dem Index geflogen. Bei mir gibt es nur noch gekürzte Feeds.

Viele Grüße,

Gunther

timi meint dazu:

27. Februar 2009 um 15:15

Wer sehr schützenswerte Daten hat, sollte sie also am Besten nicht per Feed anbieten…

Thomas Scholz meint dazu:

28. Februar 2009 um 00:10

Meine Texte wurden auch schon »fremdverwertet«, dennoch biete ich alles im Volltext an. Die Texte im »reinen« HTML-Code sind ja ebenso zugänglich wie der Newsfeed. Und seltsamerweise wurden bisher gerade die Texte geklaut, die nicht in einem Feed auftauchten …

Zur Usability des Volltextes: Ich habe mehr Feeds abonniert als ich komplett lesen kann oder will. Deshalb habe ich selbstlernende Filter (Opera) eingerichtet, die mir sehr sauber das herauspicken, was mich wirklich interessiert (wie diesen Beitrag).
Fetzenfeeds landen da praktisch nie drin. Logisch: Zu wenig Material.

Ebenso scheitert an den Fragmenten die Volltextsuche, was letztlich dazu führt, daß ich in meinen eigenen Texten sehr wahrscheinlich keinen Link auf diese Artikel setze, weil ich sie nie gelesen habe und bei der Recherche im eigenen Archiv auch nicht finden kann.
Die »verpaßten Links« heben den Verlust einiger Webseitenbesucher langfristig locker auf.

Stefan meint dazu:

2. März 2009 um 01:47

Im Allgemeinen stimme ich dem Artikel zu, nur würde ich anmerken wollen, dass man schon (wenn auch nicht wirklich in Feeds) gewisse Techniken des Content-Klaus sinnvoll anwenden kann. So zum Beispiel denke ich da bei Multimediainhalten, insbesondere bei Bildern, an sog. Hotlinking Prävention. Mehr dazu findet sich u.a. bei A List Apart unter http://alistapart.com/articles/hotlinking.

Marc meint dazu:

2. März 2009 um 08:46

Also ich denke auch nicht, dass man den Feed kürzen sollte, letztendlich vergrault man sich damit nur die echten Leser, was sicher alles andere als richtig wäre. Aber gegen Contentklau sinnvoll vorzugehen, ist echt schwierig, wer wirklich klauen will, der lässt sich davon nicht abhalten.

timi meint dazu:

2. März 2009 um 08:53

Also ich denke echt, wir sollten mal festhalten, das es im Web einfach keinen wirksamen Schutz vor Contentklau gibt. Sogar Referrer-Header kann man faken, eine Hotlinking Prävention bringt da auch nix.

Es gibt 2 Gruppen von Leuten die Content klauen:

1. Vergleichsweise “dumme” Diebe, die von Technik keine Ahnung haben. Im Zweifelsfall machen die einfach Copy & Paste ;) Dafür gibts nunmal keinen Schutz.
2. Technisch versierte Diebe, denen fällt es nicht schwer, einen Crawler zu bauen, Referrer-Header zu fälschen geschweige denn ein RSS-Feed zu parsen…

Im übrigen kann man mit einem Header-Plugin wie Live-Headers für FF auch Flash-Anwendungen knacken. Die meisten Inhalte, die nachgeladen werden, sind nämlich nicht geschützt.

Frank meint dazu:

7. März 2009 um 14:41

Ich war mir da auch unsicher, ob es tatsächlich sinnvoll ist. Ich denke, für den entsprechenden Zweck kann man sagen, dass es definitiv sehr sinnvoll ist-zumindest komme ich zu dem Schluss,wenn ich alle Vor-und Nachteile für mich persönlich abwäge. Finde die Diskussion hier übrigens sehr interessant und anregend! Ich hoffe, hier kommen noch weitere Kommentare.

Brune meint dazu:

9. März 2009 um 14:39

Also ich muss mal ganz ehrlich sagen, alle die einen Content klauen, sollten das nicht als Kavaliersdelikt abtun. Denn es ist genauso ein Diebstahl, wie wenn man beispielsweise im Supermarkt eine Tafel Schokolade mit gehen lässt. Und das mit den Feeds kürzen, darauf schwören ja einige, doch damit werden nur die Stammleser bestraft.

Matthias meint dazu:

11. März 2009 um 19:43

Mal ne blöde Frage, aber: Warum ist dann der Feed dieses Blogs hier gekürzt? Das nervt.

timi meint dazu:

12. März 2009 um 16:48

Hi Matthias, das Feed ist nicht gekürzt. Liegt bestimmt an Deinem Feedreader.

Martina meint dazu:

14. Mai 2009 um 20:45

Unsinn, wer sich durch gekürzte Feeds vergraulen lässt, hat so einiges nicht verstanden.
Man betreibt eine Webseite sehr selten aus rein altruistischen Gründen. Ich blende Werbung ein um die Unkosten zu decken. Oder ich vermiete Werbung, dafür brauche ich aber Klicks. Die entgehen mir, wenn ich Volltext Feeds anbiete.

Wenn ein User nicht bereit ist, als Dank für einen guten Text die Webseite zu besuchen, dann ist es kein User den man halten sollte.

Flo meint dazu:

27. Mai 2009 um 16:45

Auch in meinem Reader (liferea), so denn der Reader das dass Problem ist, sind die Einträge hier gekürzt …

@Martina:
Partnerlinks lassen sich auch im Feed klicken, Verlinkungen zu anderen relevanten Beiträgen ebenso, und die führen dann ja auch wieder auf die Seite.
Das mit der Bereitschaft zum Webseitenbesuch sehe ich anders: Wenn jemand z.B., um seine 100 Feeds zu lesen, auf der Arbeit lieber einen Reader benutzt, um nicht von Seite zu Seite surfen zu müssen, ist er deswegen kein guter Leser?
Außerdem muss ich - wie in diesem Fall - zum Abgeben eines Kommentars ebenfalls immer noch auf die Seite. Mag ja sein, dass es Reader gibt, mit denen man auch kommentieren kann - verzeiht dann meine Ignoranz diesbezüglich - aber meiner kann es nicht.
Ich jedenfalls bin eher der Meinung, dass man tunlichst vermeiden sollte, Leser unnötig zu vergraulen.

Internetauftritt meint dazu:

13. Juni 2009 um 11:30

Cotent Klau in solcher Form ist echt fies. Da hat sich jemand Mühe gemacht und manche machen sich nicht mal die Mühe vielleicht was eigenes reinzubringen.

PHP-Friends meint dazu:

3. Juli 2009 um 01:17

Ich würde meine Feeds, solange bereitstellen, wie es auch einen Quellverweis auf der anderen Seite gibt. Aber manche Leute verkaufen es einfach als eigenen Content. Das kann ich gar nicht ab.

Martin S. meint dazu:

5. August 2009 um 14:45

Bei mir gibt es auch nur gekürzte Feeds. Ich möchte ja auch, dass die Leute zusätzlich auf meiner Homepage vorbeischauen und nicht nur die Feeds lesen. Der in den Kommentaren angesprochene rechtliche Aspekt war zudem sehr interessant.

Christian meint dazu:

22. Oktober 2009 um 18:56

Ehrlich gesagt ist content Klau ne ziemlich üble Sache. Zum Glück gibts ja CopyScape um somit zu mindestens offensichtlichen Content Klau aufzuspüren. Zur Not, wenn es im großen Stil passiert, gibt es halt immer noch die möglichkeit mit ner Abmahnung dagegen vorzugehen.

Miros meint dazu:

21. Februar 2010 um 21:32

Hier hab ich doch schon öfter gelesen ?!

espresso vollautomat meint dazu:

8. April 2010 um 09:22

deshalb habe ich wieder schreibe alle meine RSS Zusammenfassungen, so dass sie 100% einzigartige Inhalte, die Suchmaschine zu verbessern Macht schaffen

treppenlift beratung meint dazu:

13. Januar 2011 um 10:14

Ja, Contentklau ist leider wirklich sehr verbreitet. Da kann man nur auf Selbstregulierung setzen. Irgendwann kennt man ja seine Pappenheimer.

Facebook Shop meint dazu:

10. Februar 2011 um 17:19

RSS-Feeds sind definitiv sinnvoll, allerdings ein Scheidepunkt zwischen Social Media und SEO. Hier muss man dann gewichten, was einem wichtiger ist. Gegebenenfalls findet Google ja einen Weg, (oder es ist schon erledigt), diesen Contentklau geringer zu gewichten. Beispielsweise eignet sich ein RSS-Feed auch gut, um Facebook-Pages mit Content zu befüllen. Facebook generell eignet sich ausgesprochen gut als Newsroom. :)

Pflegeheim meint dazu:

20. April 2011 um 10:17

RSS Feeds im Bereich Social Media mit Andockung an Facbook finde ich extrem nervig. Ich finde nicht alles muss immer connected sein. Ne Facebook Fanpage, die nur so gecopied ist bringt meiner Meinung nach nicht viel. Lieber weniger Content dafür aber relevant!

Dennis meint dazu:

4. August 2011 um 13:07

Mit dem Panda Update von Google hat sich das Thema wohl nun erledigt…

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