Heute möchte ich mal den Artikel von Frank zum Thema “Short Feeds” zum Anlass nehmen und ein bisschen über Contentklau und Ideendiebstahl philosophieren. Vor einiger Zeit hat sich Nils auch mit dem Thema auseinander gesetzt und jetzt gibt der PHP Blogger eben seinen Senf dazu ;)
Was ist eigentlich das Problem? Mit einem RSS Feed liefert man hypothetischen Contentdieben den Inhalt frei Haus und gleich ordentlich formatiert. Die beste Grundlage, um Fremdcontent in sein eigenes System zu beamen und als sein eigen auszugeben.
Bloß: Wer macht denn sowas? Naja, es gibt
- Meta-Blogs, die den Inhalt (meist mehrerer) anderer Blogs listen
- Contentfarmen, die Inhalte zu einem bestimmten Content sammeln
- und legitime Offline-Reader, die den Inhalt zwischenspeichern
Duplicate Content
Meta-Blogs und Contentfarmen haben einen kleinen, aber negativen Nebeneffekt: Google wertet Duplicate Content als böse (siehe auch Google Webmaster Central Blog, engl.) und stuft unter Umständen den Pagerank runter. Das Verfahren in den beschriebenen Fällen ist umstritten und nicht eindeutig geklärt - Tatsache ist jedoch, das eine hoch eingestufte Seite automatisch wie ein Magnet wirkt und schnell einer (etwas) schlechter eingestuften Seite den ohnehin kleinen Pagerank weiter verschmälert.
Mit solchen Content-Dieben hat man schnell zu tun (Ich spreche da aus Erfahrung). Einen Löschantrag bei Google der zu betreffenden Sites dauert allerdings recht lange (zwischen 3 und 6 Wochen, je nach Priorität). Meist reagieren Provider von mistbrauchten Blogsystemen oder Rechenzentren da schneller; sperren die Accounts und nehmen den betroffenen Content vom Netz.
Wer also seinem Konkurrenten eins auswischen will, klaut einfach dessen Content und lässt die Seite von Google indexieren. Vorzugsweise auf einer alten Domain - die steigt mit einem tendenziell höheren Pagerank ein; Tools und Plugins für bekannte Wordpress-Systeme gibts für diesen Zweck zu Hauf.
Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es wieder passiert.
Offline-Feedreader
Frank regt sich zu Recht über Short-Feeds auf, die nur aus einer Kurzfassung bestehen und sich dementsprechend auch nur verkürzt lesen lassen ;) Die übermittelten Absätze sind entweder zu nichts zu gebrauchen oder machen neugierig auf mehr - was ohne Netz in einer Sackgasse endet: Denn damit ist die Offline-Funktion mit Gears ziemlich sinnlos geworden.
Kann man Contentklau verhindern?
Nein. Auch Frank hat es in seinem Artikel schon angesprochen: Wer klauen will, klaut einfach. Ein Rewrite oder Extrakt von HTML ist schnell gemacht - da braucht man kein Experte zu sein. Und wenn jemand wirklich an den Inhalt einer Website will, lässt er einfach einen Crawler drüber laufen.
Im Feedinhalt gezielt Schlagworte automatisch zu verlinken, führt auch zu nichts. Die Pseudo-Links hat man mit wenigen Zeilen Regex-Code wieder draußen und ausserdem verwirren sie nur die potentiellen “echten” Leser.
Und die Statistik?
Viele Blogbetreiber beklagen sich über Klick-Verluste. Klar: Durch die abgespeckte Oberfläche der Feedreader fehlen eben die Links zu Kategorien und Co, die Blogs besonders auszeichnen. Ich habe seit dem Start des Blogs vor 2 Jahren mein Feed immer mit Full-Content ausgeliefert. Mit ein paar schicken Plugins lassen sich auch jederzeit verwandte und ähnliche Artikel ins RSS Feed generieren - Wer Bock hat weiterzulesen tut es dann auch.
Auch an dieser Stelle muss ich Frank rechtgeben: Der Aufruf eines RSS-Feeds wird ohnehin schon als Hit gezählt, da darf sich eingentlich keiner über zu wenig Visits beklagen.
Sinnvoll oder nicht?
Auf jeden Fall ist die Auslieferung eines Full-Feeds sinnvoll. Man kommt vor allem Benutzern entgegen, die einen Offline-Reader verwenden oder einfach in Ihrer gewohnten Reader-Umgebung bleiben möchten.
Contentklau kann man leider nicht wirklich wirksam vorbeugen: Da hilft nur die Augen aufhalten und jeden anzeigen, der unerlaubt Content kopiert.
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